KI-Websuche heißt: Die KI sucht während deiner Anfrage im Internet, liest die Treffer und formuliert daraus eine Antwort mit Quellenlinks – statt nur aus dem Wissen zu antworten, das beim Training in sie hineingeflossen ist. Damit verschwindet die größte Schwäche klassischer Chatbots: der veraltete Wissensstand.
Wie das technisch funktioniert
Im Kern ist das RAG, nur mit dem Web als Wissensquelle. Der Ablauf: Die KI formuliert aus deiner Frage eine oder mehrere Suchanfragen, ruft die besten Treffer ab, packt deren Text in ihr Kontextfenster und schreibt die Antwort auf dieser Grundlage. Deshalb kann sie Quellen verlinken – sie hat sie tatsächlich gelesen.
Wann du sie einschalten solltest
- Alles Aktuelle: Preise, Öffnungszeiten, Gesetzesänderungen, neue Produktversionen, Nachrichten.
- Nischenwissen: lokale Anbieter, kleine Vereine, spezielle Fachfragen – Dinge, die im Training kaum vorkamen.
- Wenn du Belege brauchst: Bei allem, was du weitergibst oder veröffentlichst, willst du klickbare Quellen.
Ausschalten lohnt sich dagegen bei kreativen Aufgaben und beim Umschreiben eigener Texte: Dort bremst die Suche nur und zieht fremde Formulierungen herein.
Wo du sie findest
In den gängigen Chats gibt es dafür einen Schalter im Eingabefeld, teils entscheidet die KI auch selbst, ob eine Suche nötig ist. Bei Google begegnet dir dieselbe Technik als AI Overviews direkt über den Suchergebnissen, und es gibt Dienste wie Perplexity, die ganz auf Suche ausgelegt sind. Wenn du eine gründliche, mehrstufige Recherche brauchst statt einer schnellen Antwort, ist Deep Research das passendere Werkzeug.
Die Fehlerquellen bleiben
- Quelle falsch, Antwort falsch: Die KI unterscheidet nicht zuverlässig zwischen Behördenseite und Werbeblog.
- Zusammenfassungsfehler: Auch mit Quelle kann die KI eine Aussage verdrehen – das ist eine Halluzination trotz Beleg. Ein Link neben einem Satz beweist nicht, dass der Satz dort steht.
- Nur die ersten Treffer: Was Google nicht oben anzeigt, sieht die KI meistens auch nicht.
Datenschutz-Hinweis
Mit aktivierter Websuche geht deine Frage nicht nur an den KI-Anbieter, sondern in umformulierter Form auch an eine Suchmaschine. Für vertrauliche Inhalte – Namen von Mandanten, interne Zahlen – ist das ein zusätzlicher Grund, sie gar nicht erst einzutippen.